Symposium

Porträtfotos der fünf Dozenten des Symposiums „Einfach zu durchschauen? Der Glaskörper im Fokus“: Dr. Maximilian Hammer, Prof. John Nolan, Prof. Hans Hoerauf, Prof. Andre Schulz und Dr. Stefaniya Boneva.

Einfach zu durchschauen? Der Glaskörper im Fokus

Aufzeichnungen der DOG25-Veranstaltung

Das Symposium beleuchtet aktuelle wissenschaftliche und klinische Aspekte des Glaskörpers: von neuen Therapieoptionen bei Glaskörpertrübungen zur Verbesserung der Lebensqualität, über den Einfluss auf die Wirksamkeit intravitrealer Medikamente, moderne Ersatzverfahren bis hin zu neuesten, wissenschaftlichen Erkenntnissen zur Rolle der Hyalozyten. Ziel ist es, das Verständnis für den Glaskörper zu vertiefen, Einblicke in aktuelle Forschung und Präklinik zu geben, sowie neue Impulse für Diagnostik und Therapie in der unmittelbaren Patientenversorgung zu geben.

Hier finden Sie zunächst ein dreiminütiges Highlight-Video. Wenn Sie weiter nach unten scrollen, führt Sie das Inhaltsverzeichnis zu den Aufzeichnungen der einzelnen Vorträge der Referentinnen und Referenten.

Videos zu den Themen der Referenten

Dietary interventions to improve the vision-related quality of life of patients suffering from vitreous floaters

Prof. John Nolan, Waterford, Irland, Referent des Symposiums Einfach zu durchschauen? Der Glaskörper im Fokus

Prof. John Nolan

Prof. John Nolan

Prof. John Nolan, Waterford, Irland, Referent des Symposiums Einfach zu durchschauen? Der Glaskörper im Fokus

Prof. John Nolan ist Gründer des Nutrition Research Centre Ireland (NRCI), einem multidisziplinären Team, das sich der Erforschung der Auswirkungen von Ernährung und Lebensstil auf Gesundheit und Wohlbefinden widmet. Er genießt hohe Anerkennung für seine innovative klinische Arbeit und sein Engagement für die Verbesserung der Lebensqualität durch evidenzbasierte wissenschaftliche Lösungen. 

Seit über 18 Jahren konzentriert sich Prof. Nolans Forschung auf die Rolle der Ernährung für die visuelle und kognitive Gesundheit, mit Anwendungsgebieten von der altersbedingten Makuladegeneration (AMD) bis zur Alzheimer-Prävention. Durch die Identifizierung wichtiger Nährstoffe zur Unterstützung der Gehirn- und Augenfunktion leisteten er und das NRCI-Team auch bedeutende Beiträge zur Erforschung von Mouches volantes (Myodesopsie). Prof. Nolan und sein Team initiierten die FLIES-Studie – die erste placebokontrollierte, randomisierte klinische Studie zur Evaluierung einer gezielten Mikronährstoffformulierung zur Behandlung von Mouches volantes. Durch diese bahnbrechende Arbeit spielten Prof. Nolan und das NRCI eine führende Rolle bei der Entwicklung von VitroCap®N, einem innovativen, patentierten Nahrungsergänzungsmittel zur Verbesserung der Sehleistung. 

“Nutrition is the starting point of maintenance […] If we can reduce oxidative stress in [...] the vitreous, we can go a long way toward stopping what happens downstream with the degenerations [...]. We know what those nutrients are. You now have the option, as clinicians, to be proactive with a nutritional intervention that is evidence-based and has been tested for over a decade.”

Prof. John Nolan

Therapie von Glaskörpertrübungen

Prof. Hans Hoerauf, Göttingen, Deutschland, Moderator des Symposiums Einfach zu durchschauen? Der Glaskörper im Fokus

Prof. Hans Hoerauf

Prof. Hans Hoerauf

Prof. Hans Hoerauf, Göttingen, Deutschland, Moderator des Symposiums Einfach zu durchschauen? Der Glaskörper im Fokus

Prof. Hans Hoerauf ist Direktor der Augenklinik an der Universitätsmedizin Göttingen und ein führender Experte für Netzhaut- und Glaskörpererkrankungen. Sein klinischer Schwerpunkt umfasst Graue-Star-Operationen, Makulachirurgie und intravitreale Injektionen bei altersabhängiger Makuladegeneration sowie diabetischem Makulaödem. 

Er engagiert sich stark in der Forschung, insbesondere zur Schnittstelle von Netzhaut und Glaskörper und den innovativen bildgebenden Verfahren zur Diagnostik und Therapie von Netzhauterkrankungen.  

Zusätzlich ist er Vorstandsmitglied des Berufsverbandes der Augenärzte Deutschlands und war 2019/20 Präsident der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG). 

„Nicht jeder hat ein Optos-Gerät, aber in Ihren OCTs sehen Sie […] [die primären Glaskörpertrübungen] mittlerweile auch wirklich sehr gut. […] Die Lokalisation entscheidet, ob Vitrektomie oder Vitreolyse in Frage kommt, und in beiden Fällen können Sie die Wartezeit auf die Therapie natürlich jetzt – zum Beispiel mit VitroCap®N – überbrücken.“

Prof. Hans Hoerauf

Der Einfluss des Glaskörpers auf die intravitreale Pharmakotherapie

Dr. Maximilian Hammer, Heidelberg, Deutschland, Moderator des Symosiums Sitzungstitel z.B. Prostatakarzinom Einfach zu durchschauen? Der Glaskörper im Fokus

Dr. Maximilian Hammer

Dr. Maximilian Hammer

Dr. Maximilian Hammer, Heidelberg, Deutschland, Moderator des Symosiums Sitzungstitel z.B. Prostatakarzinom Einfach zu durchschauen? Der Glaskörper im Fokus

Dr. Hammer ist Assistenzarzt für Augenheilkunde und Absolvent des MD/PhD-Programms der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg. 

Er promovierte mit Auszeichnung (summa cum laude) in Neurophysiologie und absolvierte mehrere Forschungsaufenthalte an renommierten Institutionen wie der Harvard Medical School und der Universität Oxford.  

Bereits während seines Medizinstudiums erhielt Dr. Hammer unabhängige Drittmittel in sechsstelliger Höhe für den Aufbau der Nachwuchsforschungsgruppe „Posterior Segment Apple“ im David J Apple Laboratory. Unterstützt wurde er hierbei von seinen Mentoren Prof. Auffarth und Prof. Uhl (IPMB, Universität Heidelberg).  

Sein Forschungsschwerpunkt sind Biomaterialien für die vitreoretinale Chirurgie und deren Einfluss auf das Sehvermögen von Patienten. 

Für seine innovative grundlagenwissenschaftliche Arbeit wurde er bereits mehrfach ausgezeichnet – zuletzt mit der Forschungsförderung Netzhaut der DOG2025.  

„Protein- und Peptidwirkstoffe bei den Anti-VEGF-Therapien wirken für eine kürzere Zeit, wenn das Auge vitrektomiert ist. Und das Ganze wirkt weniger effektiv. […] Was man sieht, ist, dass in irgendeiner Weise der Glaskörper auch Medikamente einlagern kann. […] In einem vitrektomierten Auge trifft der Wirkstoff innerhalb kürzester Zeit komplett auf die Netzhaut, und wir haben eben nicht nur die Diffusionsbarriere weggenommen, sondern auch ein ganz anderes Auftreffen des Wirkstoffes im Auge.“

Dr. Maximilian Hammer

Glaskörperersatz: Rationale und Strategien

Prof. Andre Schulz, Rostock, Deutschland, Referent des Symposiums Sitzungstitel z.B. Prostatakarzinom Einfach zu durchschauen? Der Glaskörper im Fokus

Prof. André Schulz

Prof. André Schulz

Prof. Andre Schulz, Rostock, Deutschland, Referent des Symposiums Sitzungstitel z.B. Prostatakarzinom Einfach zu durchschauen? Der Glaskörper im Fokus

Prof. André Schulz ist Professor für Biomaterialien in der Augenheilkunde an der Universitätsmedizin Rostock. Nach dem Studium der Chemie in Rostock promovierte er an der Universität des Saarlandes in der molekularen und zellulären Biotechnologie in einem biomedizinischen Thema und war wissenschaftlich am Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik in Sulzbach tätig. In den darauffolgenden Jahren leitete er an der Augenklinik des Knappschaftsklinikum Saar eine Arbeitsgruppe zum Tissue Engineering sowie ein translationales Forschungslabor. Wissenschaftlicher Schwerpunkt von Prof. Schulz ist der okuläre Gewebeersatz mit einem besonderen Fokus auf Hydrogel-basierte Therapieansätze. In den letzten Jahren gelang ihm und Kooperationspartnern die Entwicklung eines neuartigen Glaskörperersatzes und dessen erstmaligen Translation in die Klinik.

„Was Sie tagtäglich machen, ist, den Glaskörper, […] der ein Hydrogel ist, […] mit Gasen oder Silikonöl [zu ersetzen]. […] Wenn wir einen Glaskörper entfernen, entfernen wir zugleich seine Funktionen – die Möglichkeit, mechanischen Support zu geben, als Schockabsorber zu dienen, und auch die entsprechenden Aufgaben der Hyalozyten. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir einen authentischen Glaskörpersatz brauchen. Wir brauchen ein Hydrogel.“

Prof. André Schulz

Hyalozyten - Die Zellen des Glaskörpers

Dr. Stefaniya Boneva, Freiburg, Deutschland, Referentin des Symposiums Sitzungstitel z.B. Prostatakarzinom Einfach zu durchschauen? Der Glaskörper im Fokus

Dr. Stefaniya Boneva

Dr. Stefaniya Boneva

Dr. Stefaniya Boneva, Freiburg, Deutschland, Referentin des Symposiums Sitzungstitel z.B. Prostatakarzinom Einfach zu durchschauen? Der Glaskörper im Fokus

Dr. Stefaniya Boneva ist Fachärztin für Augenheilkunde an der Universitäts-Augenklinik Freiburg. Des Weiteren leitet Sie die Arbeitsgruppe „Immunology of the Vitreoretinal Interface“.  

Ihre Forschung konzentriert sich auf die Rolle der Hyalozyten an der vitreoretinalen Schnittstelle und deren Einfluss auf Erkrankungen wie proliferative Vitreoretinopathie, altersbedingte Makuladegeneration und diabetische Retinopathie. Mit modernen Methoden wie Einzelzellanalysen, RNA-Sequenzierung und Fluoreszenzbildgebung erforscht sie die duale Rolle dieser Zellen im gesunden und erkrankten Auge. Die Forschung zielt darauf ab, die Balance dieser Zellen besser zu verstehen und neue therapeutische Ansätze zu entwickeln, um Augenerkrankungen effektiver zu behandeln. 

Dr. Stefaniya Boneva kooperiert international mit führenden Experten und Institutionen im Bereich der Ophthalmologie und Netzhautforschung. Zu ihren Kooperationspartnern gehören Prof. J. Sebag vom Doheny Eye Institute, UCLA, Los Angeles, USA, sowie Toco Y. P. Chui und Prof. Richard B. Rosen von der New York Eye and Ear Infirmary of Mount Sinai, New York, USA.  

Für ihre bedeutenden Forschungsarbeiten zu Hyalozyten wurde Dr. Boneva mehrfach ausgezeichnet – darunter der Senator-Hermann-Wacker-Preis (2022) und der Helmholtz-Forschungspreis der DOG (2025).  

„Obwohl die Therapie der diabetischen Retinopathie durch die Gabe von Antikörpern gegen VEGF revolutioniert wurde, reicht das bei vielen Patienten nicht aus. Das spricht dafür, dass es auch weitere molekulare Wege gibt, die in dem Zusammenhang wichtig sind. Wir vermuten, dass Hyalozyten einen solchen bisher unbekannten Faktor darstellen. […] Wir [konnten] Hyalozyten aus dem Glaskörper von Patienten mit Glaskörperblutung oder traktiver Netzhautablösung bei diabetischer Retinopathie isolieren und deren Transkriptionsprofil analysieren. Dabei ergab die Analyse von über 43000 Transkripten eine klare Differenzierung von dem Profil von diabetischen Hyalozyten im Vergleich zu Kontrollen“

Dr. Stefaniya Boneva

„Mit unserem Mikronährstoffkomplex VitroCap®N haben wir in diesem Jahr – nach zehn Jahren Forschung und fünf Jahren Arbeit mit den Patentinstitutionen in Europa – endlich das Patent erlangt und können damit zeigen, dass unser Produkt eine echte Innovation zur Unterstützung bei Glaskörpertrübungen ist. Aber über den Glaskörper gibt es natürlich sehr, sehr viel mehr zu sagen als zu den Themen Mikronährstoffe und Floater. [...] Heute haben wir Referenten aus Freiburg, aus Rostock, aus Dublin, aus Heidelberg und aus Göttingen – und ich denke, wir werden hier [weitere spannende] Innovationen vorgestellt bekommen"

Robert Kuchling

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