Citicolin beim Glaukom? Neuroprotektion ist mehr als ein einzelner Wirkstoff.

Paradigmenwechsel in der Ophtalmologie: Fokus auf Wirkmechanismen statt auf isolierte Einzelwirkstoffe

In der ophthalmologischen Fachwelt rückt Citicolin zunehmend in den Fokus, wenn es um mikronährstoffbasierte neuroprotektive Ansätze geht. Jüngste wissenschaftliche Arbeiten unterstreichen die Bedeutung dieses Wirkstoffs für zentrale neuronale Schutzmechanismen.14, 15

Gleichzeitig zeigt die aktuelle Forschung jedoch, dass die Pathophysiologie des Glaukoms multifaktoriell ist und zahlreiche miteinander verknüpfte neurodegenerative Prozesse umfasst. Vor diesem Hintergrund wird deutlich, dass die Fokussierung auf einzelne Wirkstoffe allein der Komplexität der Erkrankung häufig nicht vollständig gerecht werden kann.

Was „kann“ Citicolin?

Citicolin stellt essenzielle Bausteine für die Neubildung und Reparatur von Membranphospholipiden bereit und trägt damit zur strukturellen Integrität zellulärer Membranen bei. Darüber hinaus liefert Citicolin Ausgangssubstanzen für die Synthese des Neurotransmitters Acetylcholin, der eine zentrale Rolle bei der Signalübertragung zwischen Nervenzellen spielt.

Es adressieren somit zwei grundlegende Mechanismen der Neuroprotektion:

  • die Synthese von Neurotransmittern und die neuronale Signalübertragung1, 2
  • die strukturelle Integrität zellulärer Membranen

Reicht dieser Fokus aus?

Die Pathophysiologie des Glaukoms ist komplex und multifaktoriell. Neben mitochondrialer Dysfunktion, oxidativem Stress und gestörter neuronaler Signalübertragung spielen weitere Prozesse eine wichtige Rolle – darunter vaskuläre Dysregulation, entzündliche Vorgänge sowie Störungen des Homocystein-Stoffwechsels.

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob die Fokussierung auf einzelne Mikronährstoffe ausreichend ist oder ob ein umfassender, multimodaler Ansatz erforderlich sein könnte, der mehrere neuroprotektive Mechanismen gleichzeitig berücksichtigt.

Seit diesem Jahr steht mit GlauCap® ein neues Nahrungsergänzungsmittel zur ergänzenden Mikronährstofftherapie bereit. Ziel der Entwicklung war es, bekannte wissenschaftliche Erkenntnisse zu neurobiologischen Prozessen im Auge sowie zu neuroprotektiven Konzepten systematisch zu berücksichtigen.

Mikronährstoffe als ergänzende Glaukomtherapie

Um den möglichen Nutzen von Mikronährstoffen nachvollziehen zu können, ist es wichtig, zunächst die wesentlichen neurodegenerativen Mechanismen im Auge zu verstehen. Im Folgenden wird das Zusammenspiel von oxidativem Stress, Neuroinflammation und Augeninnendruck beschrieben. Daraus ergeben sich  7 Mechanismen der Neuroprotektion, die im Anschluss beschrieben werden.

Bereits in den frühen Stadien neurodegenerativer Schädigung kommt es zu metabolischem und oxidativem Stress in den unmyelinisierten Axonen retinaler Ganglienzellen. Oxidativer Stress und mitochondriale Dysfunktion sind eng miteinander verknüpft und können Neuroinflammation sowie Neurodegeneration auslösen. Dabei werden sowohl mitochondriale als auch zelluläre Membranen geschädigt, was letztlich zum Absterben der Ganglienzellen führt.

Diese neurodegenerativen Prozesse verlaufen teilweise unabhängig vom Augeninnendruck, können jedoch durch Veränderungen im Trabekelmaschenwerk auch die Regulation des Augeninnendrucks (IOP) beeinträchtigen. Das Trabekelmaschenwerk ist ständig oxidativem Stress ausgesetzt, der durch Licht, Stoffwechselvorgänge oder Entzündungen verstärkt werden kann. Die entstehenden reaktiven Sauerstoffspezies (ROS) schädigen die Trabekelzellen und verändern die extrazelluläre Matrix. Dies führt zu Umbauprozessen, die den Abfluss des Kammerwassers behindern und so den Augeninnendruck erhöhen. Ausgeprägte Schwankungen des IOPs sowie dauerhaft erhöhter Augeninnendruck verstärken wiederum den Stress auf die Ganglienzellen und fördern so die fortschreitende Neurodegeneration.

7 Mechanismen der Neuroprotektion

Unser Organismus bedient sich komplexer, natürlicher Strategien für den Schutz der Nervenzellen und der Aufrechterhaltung seiner Funktionalität.  Durch gezielte Nahrungsergänzung mit GlauCap® können diese unterstützt werden: 

Abstrakte Darstellung eines neuronalen Fortsatzes mit oxidativen Partikeln im umgebenden Raum.

1. Unterstützung des antioxidativen Systems

Oxidativer Stress kann Zellmembranen, Mitochondrien und andere empfindliche Strukturen der Nervenzellen angreifen und so die Signalübertragung beeinträchtigen sowie langfristig zum Absterben von Nervenzellen beitragen. Die Spurenelemente Zink, Selen, Kupfer sowie die Vitamine B2 und C tragen dazu bei, Zellen vor oxidativen Stress zu schützen.

Zellmembran als Lipiddoppelschicht mit eingelagerten Membranproteinen.

2. Unterstützung zellulärer Membranen:

Eine intakte Zellmembran sichert Struktur und Stabilität der Zellen und ist für die Weiterleitung von Nervenimpulsen essenziell. Darüber hinaus tragen auch intrazelluläre Membranen, insbesondere die der Mitochondrien, wesentlich zur Aufrechterhaltung der Zellintegrität und -funktion bei.

Lecithin liefert Phospholipide wie Phosphatidylcholin, einen zentralen Bestandteil der Lipiddoppelschicht aller Zell- und Organellenmembranen.

Citicolin stellt essenzielle Bausteine für die Neubildung und Reparatur von Membranphospholipiden bereit.

Vitamin E wirkt innerhalb der Membranen als Antioxidans und schützt empfindliche Membranlipide vor oxidativem Stress.

Synapse mit Vesikeln, Neurotransmitterfreisetzung und postsynaptischen Rezeptoren.

3. Unterstützung der Neurotransmitter-Synthese und Beitrag zum Erhalt der normalen Nervenfunktion

Citicolin und Phosphatidylcholin liefern Bausteine für die Bildung des Neurotransmitters Acetylcholin, welcher für die Reizübertragung zwischen Nervenzellen benötigt wird​1, 2​.

Die Vitamine B1, B3, B6, B12 und C sowie das Spurenelement Kupfer tragen zu einer normalen Funktion des Nervensystems bei. Zink trägt zu einer normalen kognitiven Funktion bei.

Zellmembran mit Transportproteinen, Ionenkanälen und ATP-abhängigen Prozessen.

4. Unterstützung der Mitochondrien und des Energiestoffwechsels

Mitochondrien sind die zentralen Organellen der oxidativen Phosphorylierung und damit maßgeblich für die Bereitstellung der zellulären Energie in Form von Adenosintriphosphat (ATP) verantwortlich. Die strukturelle Integrität der mitochondrialen Membranen ist Voraussetzung für die Funktion der Atmungskette und die Aufrechterhaltung des elektrochemischen Gradienten.

Coenzym Q10 ist ein essenzieller Bestandteil der mitochondrialen Atmungskette. Ohne Q10 ist die ATP-Produktion deutlich eingeschränkt. Darüber hinaus trägt Q10 als lipophiles Antioxidans zur Stabilisierung der Mitochondrienmembranen bei, indem es Membranlipide vor oxidativer Schädigung schützt und so die strukturelle Integrität der Mitochondrien bewahrt​3.

Vitamin B3 unterstützt als Cofaktor wichtige Stoffwechselprozesse in den Mitochondrien und trägt – gemeinsam mit den Vitaminen B1, B2, B6, B12, Vitamin C und Kupfer – zu einem normalen Energiestoffwechsel bei.

Querschnitt eines Blutgefäßes mit Darstellung der Gefäßwand und Stickstoffmonoxid-abhängiger Gefäßfunktion.

5. Unterstützung der Blutgefäßfunktion 

Die Blutgefäße spielen eine zentrale Rolle bei der Versorgung der Nervenzellen mit Sauerstoff und Mikronährstoffen, sowie dem Abtransport von Stoffwechselabfallprodukten. Gefäßwände bestehen überwiegend aus Kollagen, welches ihnen Stabilität und zugleich Elastizität verleiht, damit die Gefäße sich bei Bedarf erweitern oder verengen können. Vitamin C unterstützt die normale Kollagenbildung für eine normale Funktion der Blutgefäße.

Stickstoffmonoxid (NO) ist ein wichtiger Regulator der Blutgefäße: Es erweitert sie, wodurch die Durchblutung und somit auch die Versorgung der Nervenzellen mit Sauerstoff und Nährstoffen verbessert wird. NO wird im Körper u.a. aus der Aminosäure L-Arginin hergestellt4.

Abstrakte Darstellung verzweigter neuronaler Dendriten ohne Zellkörper.

6. Unterstützung des Immunsystems

Die Vitamine A, B6, Folat, B12 und C sowie die Spurenelemente Kupfer, Zink und Selen tragen zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei.

Einen ergänzenden Beitrag können sekundäre Pflanzenstoffe wie Curcuminoide aus Curcuma und Anthocyane aus Heidelbeeren leisten. Wissenschaftliche Studien haben ihre entzündungshemmenden und antioxidativen Eigenschaften beschrieben 5-8.

Schematische Darstellung der synaptischen Signalübertragung mit Neurotransmittern, Rezeptoren und Ionenkanälen.

7. Normalisierung des Homocystein-Stoffwechsels

Erhöhte Homocysteinspiegel (Hyperhomocysteinämie) stellen einen relevanten pathophysiologischen Risikofaktor für neurodegenerative Prozesse dar. Homocystein wirkt sowohl direkt neurotoxisch als auch indirekt über vaskuläre Dysfunktion und trägt damit wesentlich zu neuronaler Degeneration bei. 

Schematische Darstellung der homocysteininduzierten Neurotoxizität: Homocystein aktiviert glutamaterge Rezeptoren (GluR) und erhöht den Ca²⁺-Einstrom in die Zelle. Der erhöhte intrazelluläre Calciumspiegel führt zu ER-Stress, Aktivierung von Enzymen, mitochondrialer Dysfunktion sowie Bildung von reaktiven Sauerstoff- und Stickstoffspezies (ROS/RNS). In der Folge kommt es zu Lipidoxidation, Membranschädigung, mitochondrialer Schwellung, Apoptose oder Nekrose und schließlich zum Zelltod.

Auf neuronaler Ebene entfaltet Homocystein exzitotoxische Effekte durch die Interaktion mit glutamatergen Rezeptoren. Dies führt zu einem pathologischen Einstrom von Ca²⁺ in die Zelle und damit zu einer intrazellulären Calciumakkumulation. Die gestörte Calciumhomöostase triggert einen sich selbst verstärkenden Kreislauf aus mitochondrialer Dysfunktion und oxidativem Stress.​9-12

Die erhöhte Calciumkonzentration im Zytosol führt auch zu einem Anstieg an Calcium in der Mitochondrienmatrix. Hierdurch wird der Elektronentransport gehemmt und die ATP-Produktion eingeschränkt. Gleichzeitig kommt es verstärkt zur Bildung reaktiver Sauerstoffspezies (ROS).

Freie ROS schädigen sowohl Lipide als auch Proteine in den Mitochondrien sowie mitochondriale DNA. Die Mitochondrien schwellen osmotisch an, nehmen mehr Wasser auf und platzen schließlich auf.

Parallel kommt es durch den erhöhten oxidativen Stress auch zu Lipidperoxidation an der Zellmembran und deren Destabilisierung.

Zusätzlich löst der Calciumüberschuss im Zytosol Stress im endoplasmatischen Retikulum (ER) aus.

In Abhängigkeit vom Ausmaß der Schädigung werden apoptotische Signalwege aktiviert oder – bei massiver mitochondrialer Dysfunktion – die Nekrose der Nervenzellen induziert.

Neben der direkten Neurotoxizität wirkt Homocystein auch gefäßschädigend. Es induziert eine endotheliale Dysfunktion durch oxidative Inaktivierung von Stickstoffmonoxid (NO), fördert proinflammatorische Signalwege und begünstigt eine prothrombotische Gefäßumgebung ​13​. Die daraus resultierende Mikrozirkulationsstörung und chronische Hypoperfusion verschärfen neuronale Stresssituationen zusätzlich und verstärken neurodegenerative Prozesse.

Die Vitamine B6, B12 und Folsäure tragen zu einem normalen Homocystein-Stoffwechsel bei und unterstützen so die Nervengesundheit und die Gefäßfunktion.

Schematische Darstellung des Folat- und Methionin-Zyklus: Im Folat-Zyklus werden verschiedene Folat-Formen ineinander umgewandelt, darunter Tetrahydrofolat, 5,10-Methylen-Tetrahydrofolat und 5-Methyl-Tetrahydrofolat. Vitamin B₁₂ verbindet den Folat- mit dem Methionin-Zyklus und ermöglicht die Remethylierung von Homocystein zu Methionin. Im Methionin-Zyklus entsteht aus Methionin S-Adenosyl-Methionin (SAM) als universeller Methylgruppendonor, das nach Abgabe der Methylgruppe zu S-Adenosyl-Homocystein (SAH) und anschließend zu Homocystein umgewandelt wird. Homocystein kann vitamin-B₆-abhängig über Cystathionin zu Cystein abgebaut werden.

Quellen:

1. Adibhatla, R. M., Hatcher, J. F. & Dempsey, R. J. Citicoline: neuroprotective mechanisms in cerebral ischemia.
J. Neurochem. 80, 12–23 (2002).

2. Blusztajn, J. K., Liscovitch, M., Mauron, C., Richardson, U. I. & Wurtman, R. J. Phosphatidylcholine as a precursor of choline for acetylcholine synthesis.
J. Neural Transm. Suppl. 24, 247–59 (1987).

3. Ernster, L. & Dallner, G. Biochemical, physiological and medical aspects of ubiquinone function.
Biochimica et Biophysica Acta – Molecular Basis of Disease 1271, 195–204 (1995).

4. Siasos, G., Tousoulis, D., Antoniades, C., Stefanadi, E. & Stefanadis, C. L-Arginine, the substrate for NO synthesis: An alternative treatment for premature atherosclerosis?
International Journal of Cardiology 116, 300–308 (2007).

5. Abrahams, S., Haylett, W. L., Johnson, G., Carr, J. A. & Bardien, S. Antioxidant effects of curcumin in models of neurodegeneration, aging, oxidative and nitrosative stress: A review.
Neuroscience 406, 1–21 (2019).

6. Hu, S. et al. Clinical development of curcumin in neurodegenerative disease.
Expert Review of Neurotherapeutics 15, 629–637 (2015).

7. Chen, Y. et al. Changes in expression of inflammatory cytokines and ocular indicators in pre-diabetic patients with cataract.
BMC Ophthalmol. 25, 119 (2025).

8. Zaa, C. A., Marcelo, Á. J., An, Z., Medina-Franco, J. L. & Velasco-Velázquez, M. A. Anthocyanins: Molecular Aspects on Their Neuroprotective Activity.
Biomolecules 13 (2023).

9. Verma, M., Wills, Z. & Chu, C. T. Excitatory dendritic mitochondrial calcium toxicity.
Frontiers in Neuroscience 12 (2018).

10. Washington, J., Ritch, R. & Liu, Y. Homocysteine and Glaucoma.
Int. J. Mol. Sci. 24, 10790 (2023).

11. Ganapathy, P. S. et al. Homocysteine-mediated modulation of mitochondrial dynamics in retinal ganglion cells.
Invest. Ophthalmol. Vis. Sci. 52, 5551–5558 (2011).

12. Ho, P. I., Ortiz, D., Rogers, E. & Shea, T. B. Multiple aspects of homocysteine neurotoxicity.
J. Neurosci. Res. 70, 694–702 (2002).

13. Gröber, U. Metabolisches Syndrom–Homocystein als vaskulärer Risikofaktor.
Zeitschrift für Orthomolekulare Medizin 17, 4–5 (2019).

14. Rossetti, L., Goni, F., Montesano, G., Stalmans, I., Topouzis, F., Romano, D. et al. The effect of citicoline oral solution on quality of life in patients with glaucoma: the results of an international, multicenter, randomized, placebo-controlled cross-over trial.
Graefes Arch. Clin. Exp. Ophthalmol. 261, 1659–1668 (2023).

15. Sahin, A. K., Kapti, H. B. & Uzun, A. Effect of oral citicoline therapy on retinal nerve fiber layer and ganglion cell-inner plexiform layer in patients with primary open angle glaucoma.
Int. J. Ophthalmol. 15, 483–488 (2022).

Alle Quellen anzeigen

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Expertenstimmen und Veröffentlichungen

DOG-Symposium: Neurodegeneration beim Glaukom

Alle Videobeiträge des Symposiums finden sie hier 

  • Prof. Dr. med. Verena Prokosch

  • Prof. Dr. med. Stephanie Joachim

  • Prof. Dr. med. Carl Erb

  • Prof. Dr. Dr. Thomas Fuchsluger (Moderation)

Aktuelle neuroprotektive Therapiestsrategien

Prof. Dr. med. Carl Erb, renommierter Glaukomspezialist, wurde acht Mal in Folge vom FOCUS Magazin zu einem der TOP-Mediziner Deutschlands gekürt. Im Jahr 2019 erhielt er zusätzlich die Auszeichnung als Spezialist für Glaukome (Grüner Star). Seit 2011 ist Prof. Erb führender Glaukom-Experte der Klinik am Wittenberg Platz. Zudem ist er seit 2010 Vizepräsident der Glaukom-Sektion der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft.

Ernährung und Umweltfaktoren beim Glaukom

Die genaue Ätiologie des primären Offenwinkelglaukoms ist bis heute nicht vollständig geklärt. Es wird überwiegend als multifaktorielle, chronisch-progressive neurodegenerative Erkrankung des Sehnervs verstanden, bei der unter anderem mitochondriale Dysfunktion und neuroinflammatorische Prozesse eine Rolle spielen. Neben der etablierten Senkung des Augeninnendrucks rücken zunehmend auch potenzielle unterstützende Ansätze in den wissenschaftlichen Fokus.

Glaucoma and Neuroprotection: "We want to empower RGCs to fight back."

Dr. Ghazi Bou Ghanem and Dr. David J. Calkins emphasize that the current clinical focus on managing intraocular pressure (IOP) fails a substantial proportion of glaucoma patients, many of whom continue to progress toward blindness. They argue for a paradigm shift toward a multi-pronged therapeutic strategy that actively supports, protects, and potentially repairs retinal ganglion cells (RGCs) and the optic nerve.

Such neuroprotective strategies could include:

  • Antioxidant supplements
  • Metabolic regulation via insulin
  • The application of neurotrophic factors such as CNTF
  • Anti-inflammatory and immunomodulatory approaches
  • Stem cell therapy

All approaches are explored in detail in their publication, „Addressing Neurodegeneration in Glaucoma: Mechanisms, Challenges, and Treatments,“ in Progress in Retinal and Eye Research (Volume 100, May 2024, 101261): https://lnkd.in/eJXFbarf

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